Sonntag, 14. Juni 2020

Frankfurt ist hässlich: Müll vor dem Zaun

Müll in Frankfurt-Gallus. © Pirandîl
Die Mülltonnen sind jetzt hinter Gittern. Nicht weil sie etwas verbrochen hätten, nein, der Abfall und die Tonnen sind frei von jeder Schuld.

Die Mülltonnen unseres Wohnblocks in Frankfurt-Gallus wurden eingezäunt, weil immer wieder nachts oder früh am Morgen Menschen kamen, die Tonnen öffneten und die Müllbeutel Aufrissen, um nach Verwertbarem zu suchen. Dabei verstreuten sie den Müll rund um die Tonnen, und der Wind trug die leichteren Abfall-Teile weiter auf die Straße und in die Blumenrabatte. Für die Ratten war der Tisch gedeckt.

Deshalb nun also Zäune und ein verschlossenes Tor um den Müll herum. Dumm nur, dass irgendein Verwirrter das Konzept nicht verstand, und so - vor verschlossener Tür stehend - seinen Unrat einfach vor dem Zaun auf dem Bürgersteig ablegte.

Manchmal ist Frankfurt sehr hässlich. Doch stellt sich die Frage: Was ist hässlicher? Die Ignoranz desjenigen, der seinen Müll auf dem Gehweg hinterließ, oder die Ignoranz einer politischen Elite, die zulässt, dass Leid und Not bei einigen Menschen so große Dimensionen annehmen, dass sie zu Müllfischern werden, weshalb dann wiederum Zäune um Mülltonnen zu ziehen sind?

Weniger Not und weniger Zäune in Frankfurt, Deutschland und der der Welt, wäre dass nicht ein lohnendes Ziel?

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