Donnerstag, 3. August 2017

Ein Zug in der Nacht

Foto: Michael Ottersbach  / pixelio.de
Das Prosa-Gedicht entstand in den Abendstunden des 28. Juli 2017 im Zug von Dresden nach Frankfurt – wir wissen vielleicht woher wir kommen, doch niemals wohin wir gehen. Nur dass wir dorthin gehen werden, das ist gewiss.

Ein Zug in der Nacht


Die Dunkelheit rast.

Alle Körper zerfließen, wir fahren und fahren durch Schatten und Licht, wir träumen das Morgen und kennen es nicht, immer weiter und weiter, kein Stillstand in Sicht.

Einst war ich  ein Koch, und ich bin es auch noch, die Mühen, die Schmerzen, die Lust, sie prägen so tief.

Wir fressen die Jahre, wir jagen dahin, ob du willst oder nicht, jedes Leben macht Sinn, der erscheint und vergeht, und schon ist er dahin.

Einst war ich ein Kind, und ich bin es auch noch, die Spiele von damals, wir liebten sie doch, warum leugnen, vergessen, wir brauchen sie noch.

Wir stürzen durchs All ohne Anfang und Ziel, und das Werden wird werden, so unendlich viel: keine Angst, keine Angst, keine Angst …

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