Donnerstag, 13. Oktober 2016

Lieber Dieter ...

Lieber Dieter,

es ist Herbst geworden, die Nächte werden nun kühl und mit jedem Tag bricht der Abend früher an. Zwei Jahre sind es nun schon, die Du tot bist. Am vergangenen Samstag haben wir Dein Grab besucht, es war Dein Todestag. Es wird Dich freuen, zu hören, dass es ein fröhlicher Tag für uns war. Wir haben mit Sekt und Apfelsaftschorle auf Dich angestoßen und ja, wir haben auch ein Glas Sekt auf Dein Grab gegossen – es war schließlich Dein Tag.

Der Kreis Deiner Familie ist inzwischen größer geworden: Anja, die Frau die ich liebe, war mit auf dem Friedhof. Sie wurde Dir nun offiziell vorgestellt, doch ich glaube, Du kennst sie schon längst. Ich bedaure etwas, dass Sie Dich nicht mehr als Lebenden kennenlernen durfte, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass sie Dich sehr gerne gehabt hätte und Du sie wahrscheinlich auch.

Durch das Tai Chi habe ich gelernt, dass nichts in der Welt wirklich endet, alles hängt zusammen. Auch Du bist immer noch da – und das freut mich sehr. Deine Familie ist stark, wir alle lieben Dich.

Dein Sohn Florian (der sich manchmal auch Pirandîl nennt)

Kommentare:

  1. Was für ein berührend schöner Brief! Und für mich ein kurzer Moment des Erstarrens, da dein Vater heißt wie der Mann, den ich vor dem jetzigen liebte. Ich freue mich so sehr für dich, dass du eine liebende Gefährtin gefunden hast, gerade in Anbetracht der Erinnerung an jenen Beitrag, in dem du Zweifel hegtest, ob du jemals eine finden würdest. Und ich hoffe, der Kommentar wird sichtbar und geht nicht wieder im Nirvana verloren.

    Herzliche Grüße, lieber Florian Pirandîl, von der Schattentänzerin!

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    1. Liebe Schattentänzerin, Dein Kommentar ist angekommen, und ich freue mich sehr darüber, vielen Dank. Ich wünsche Dir und Deinem Sinnfinder alles Gute, ich freue mich sehr für Euch, und ich wünsche Euch und Eurer Ehe alles Gute, Pirandîl

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