Mittwoch, 9. März 2016

Normseite – was ein Verlag so verlangt

Was ist eine Normseite? Diese Frage habe ich mir vor Kurzem gestellt und damit habe ich mir selbst eine echte Wissenslücke eingestanden. Wie ich zu der Frage kam? Das war so: Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen von mir geschriebenen Text bei einem Verlag eingereicht: Mein » Märchen von Tain und dem verlorenen Garten.

Der Verlag suchte nach kurzen Märchen-Texten für eine Anthologie. Ich rechne nicht wirklich damit, dass mein Text in das Buch mit aufgenommen wird. Schon die Tatsache, dass das Märchen bereits hier in meinem Blog veröffentlicht wurde, wird wohl gegen meinen Text sprechen. Hinzu kommt noch das absolut Märchen-untypische Ende meines Textes. Doch zumindest habe ich durch die Aktion gelernt, was eine „Normseite“ ist.

Um es kurz zu sagen: Eine Normseite ist » Wikipedia zufolge ein Anachronismus aus der vordigitalen Zeit der Schreibmaschine. Durch die genormte Formatierung der Seite war – und ist – es den Lektoren und Herausgebern möglich, den Umfang eines Textes relativ sicher mit einem Blick einzuschätzen. Hierzu wurde ganz einfach festgelegt:

Eine Normseite hat 30 Zeilen und maximal 60 Zeichen pro Zeile.

Will man derartige Seiten in einem Textverarbeitungsprogramm erstellen, empfiehlt Wikipedia eine nicht-proportionale Schrift wie Courier. Das sieht dann zwar wirklich sehr antiquiert nach Schreibmaschinenschrift aus, aber tatsächlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich mit Courier die Normseite am besten bauen lässt.

Im Internet findet Ihr zahlreiche Anleitungen und auch Dokumentvorlagen, mit denen Ihr Normseiten erstellen könnte. Hier ein Beispiel:

» Die Normseite: Dokumentvorlagen zum Download für Ihre Textverarbeitung (Word /OpenOffice / LibreOffice /Pages)

Natürlich könnte Ihr Euch auch selbst daran machen, mit Eurem Textverarbeitungsprogramm eine Vorlage für Normseiten zu erstellen. Einige erklärende Videos hierfür findet Ihr auf » YouTube. Wichtig ist in jedem Fall, dass Ihr dabei mit Formatvorlagen arbeitet.

Liebe Grüße,

Pirandîl

Kommentare:

  1. warum muss eigentlich alles genormt sein?! Es kommt doch nicht immer auf die Länge an... ;-)

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  2. Das erinnert mich ein bisschen an die Umstände, als meine Kinder ihre Facharbeiten fürs Abi einreichten... Ein Alptraum!

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  3. Danke dafür!

    Ach ja, die Normseite. Gut erklärt, by the way :D
    Ich erinnere mich noch. Ich gebe mein Manuskript also zögerlich meiner Agentin und sie, oh Gott, Schätzchen, packen wir es erstmal in ne Normseite. Ich so: In was.

    Als es dann soweit fertig war und sie es gerne dem Verlag schicken wollte, habe ich echt gebettelt, dass wir ne schöne Schrift nehmen. Ich habe gesagt, von Courier New wird mir schlecht.

    Ich durfte noch nicht einmal "Kapitel 1" in einer Schnörkelschrift schreiben. Mäh :D

    Aber das mit den Normseiten ist im Endeffekt schon gut. Es geht nämlich - grade bei MS - darum, wie mir meine Lektorin erklärte, dass sie ganz genau weiß, ich habe hier 270 Normseiten, das ergibt im Buch so und so viele. Das muss man vorher eben schon genau einschätzen und berechnen können.

    Trotzdem nervts. Schön, wenn so ein Kram die Agentin macht :D :D

    Liebe Grüße :)

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