Sonntag, 24. Januar 2016

Zwei Voyeure in Bockenheim

Wer in meiner Heimatstadt Frankfurt vom Uni-Campus Bockenheim kommend die Leipziger Straße bis zum Ende hinaufläuft, der findet dort enge Straßen und Gassen, kleine Grünanlagen und versteckte Hinterhöfe. Hohe Stadthäuser, zum Teil noch aus dem 19. Jahrhundert, stehen hier dicht gedrängt und vermitteln eindringlich eine Vorstellung von der Enge städtischen Lebens. Das Fenster des Einen ist der Ausblick des Anderen, und es lässt sich gar nicht vermeiden, dass sich hin und wieder die Leben der Anwohner auf seltsame Art miteinander vermischen.

Es war im Januar, kurz vor dem Ende der Winterferien. Karim war am frühen Nachmittag zu mir gekommen, denn direkt nach den Ferien mussten wir zusammen ein Referat im Geschichtsunterricht halten. Ich kannte ihn zu diesem Zeitpunkt nicht sonderlich gut. Er ging zwar in meine Klasse, aber wir hatten bis dahin nie in unserer Freizeit etwas zusammen unternommen. Ich wusste nur, dass sein Vater einen Obst- und Gemüseladen in der Leipziger Straße betrieb. Er und seine Familie wohnten in der Marburger Straße, einer Querstraße zur Leipziger. Damit waren sie beinahe so etwas wie Nachbarn meiner Familie, wir wohnten damals in der Basaltstraße. Meine Mutter war kurz nach 15 Uhr gegangen, sie hatte an diesem Tag eine Spätschicht im Krankenhaus. Als sie sich verabschiedete, warf sie mir einen strengen Blick zu und meinte: „Stellt bloß nichts an!“ Sie fürchtete wohl, dass zwei Jungen in unserem Alter schnell auf dumme Gedanken kommen könnten, doch bis dahin hatten wir uns tatsächlich vorbildlich mit der Märzrevolution beschäftigt. Mein Vater war schon seit dem Morgen auf der Arbeit, Karim und ich waren nun allein.

Wir waren in meinem Zimmer, das im hinteren Teil des Hauses lag. Meine Familie wohnte damals in einer Mietwohnung in einem der alten Gründerzeit-Häuser, von denen es in Bockenheim noch sehr viele gibt. Die Wohnung lag im dritten Stock. Um sie zu erreichen, musste man ein Treppenhaus mit abgewetzten hölzernen Stufen hinaufsteigen. Mein Zimmer war nicht sehr groß, es gab nur ein Fenster, von dem aus man den Innenhof, das Hinterhaus und die Dächer vieler anderer Häuser übersah. Wir hatten unser Lager mit meinem Laptop, einigen Büchern, Notizzetteln, Schokoriegeln und Salzbrezeln auf dem Fußboden aufgeschlagen, wo wir der Enge des Raums wegen dicht beieinander lagen. Etwas nach 17 Uhr stand ich auf, um mich zu strecken. Ich machte einen Schritt zum Fenster und blickte in den dunklen Hof – mir stockte der Atem! „Wow“, entfuhr es mir leise. Ich stand wie angewurzelt da. Karim, der neugierig geworden war, stand nun ebenfalls auf und trat hinzu. Auch er war sofort in den Bann geschlagen: Es war einfach unglaublich!

Das Hinterhaus lag im Dunkeln. Die Bewohner der kleinen Ein-Zimmer-Wohnungen waren um diese Zeit noch bei der Arbeit. Nur in einem einzigen Fenster im ersten Stock brannte Licht. Die Jalousie aus dünnen Metalllamellen war heruntergelassen worden, doch Karim und ich hatten dennoch ungehinderten Blick. Der Zufall wollte es, dass die dünnen Metallstreifen der Jalousie gerade in einem solchen Winkel schräg nach oben standen, dass Karim und ich von meinem Fester aus einen ungetrübten Blick in den Raum dahinter hatten. Als Karim neben mich trat, zog die Frau gerade ihren Büstenhalter aus.

Ich kannte sie vom sehen, sie war erst vor kurzem in das Haus eingezogen. Die Frau war nicht sehr groß, von fülliger Figur und hatte dunkle, fast schwarze schulterlange Haare, die sie zu einem Zopf zusammengebunden hatte. Ihre nun unbedeckten Brüste waren groß und fest, sie war noch relativ jung. Natürlich ahnte sie nicht, dass wir sie beobachteten. Nun machte sie sich daran, ihre Hose auszuziehen. Ich hörte, wie Karim leise etwas auf Marokkanisch sagte. Sein Tonfall ließ mich annehmen, dass er das Schauspiel genauso anregend fand wie ich. Die Märzrevolution war nun sehr weit weg. Die junge Frau zog auch Ihre Strumpfhose aus und schließlich streifte sie auch auch ihren Slip herunter. Sie hatte sich während des Entkleidens einige Male gedreht, nun stand sie mit ihrer rechten Seite zu uns. Ihre linke Hand griff nach ihren Brüsten und begann diese zu kneten, ihre rechte Hand glitt zwischen ihre üppigen Oberschenkel.

Ein paar Augenblicke stand sie so mitten im Raum, und unsere Augen folgten fasziniert den reibenden Bewegungen ihrer Hände. Dann ging sie in die Knie und legte sich auf den grauen Teppich, der den Boden des Raums bedeckte. Die Frau lag nun auf dem Rücken, die Beine zu unserer Freude in Richtung Fenster angewinkelt und gespreizt. Wieder griff die linke Hand nach ihren großen Brüsten. Auch die rechte Hand nahm ihren vorherigen Platz wieder ein und arbeitete hingebungsvoll. Mein Blick war von dieser Darbietung gefesselt, doch dann hörte ich Karim leise neben mir stöhnen. Ich sah zu ihm, die Züge seines junges Gesichts waren entglitten, er hielt sich mit den Händen am Fensterbrett fest. Der Stoff seiner Hose hatte eine deutliche Ausbuchtung. Ich wusste, dass es bei mir genauso war. Karim bemerkte meinen Blick, und sein aufgelöstes Gesicht drehte sich zu mir.

Ich weiß nicht genau, wer von uns beiden sich zuerst bewegte, ich glaube jedoch, ich war es. Wir standen ohnehin schon sehr dicht beieinander, nun waren wir uns ganz nah. Da waren sein Körper und sein Geruch. Meine Hand glitt in seinen Schoß. Ich genoss es, ihn stöhnen zu hören. Dann spürte ich seine Berührung ebenso.

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