Donnerstag, 15. Oktober 2015

Schreib-Pause – wenn die Wörter schweigen

Ich bin Müde. Die zurückliegenden Tage und Ereignisse haben mich enorm viel Kraft gekostet. Die Ideen für Geschichten sind da, aber ich habe nicht die geringste Lust, mit dem Schreiben anzufangen. Das Dichten ist mir gerade absolut fern. So grau wie das Wetter in Frankfurt ist, so grau scheint es auch in mir zu sein.

Diesen Zustand erlebe ich nicht zum ersten Mal. Ich weiß darum, dass es falsch wäre, nun dagegen anzukämpfen. Ich nehme meinen Zustand also an.

Mein Blog wird deswegen nicht völlig zum Erliegen kommen. Es gibt noch einige Texte in meinem Archiv, die ich hier veröffentlichen will. Es sind hauptsächlich Geschichten, insbesondere die noch ausstehenden » Graustufen.

Die Worte werden zu mir zurückkommen, das weiß ich. Wenn sie wieder da sind, dann werde ich glücklich sein.

Liebe Grüße


Pirandîl

Kommentare:

  1. Ich kenne das nur zu gut!
    Da das Schreiben immer ein Prozess ist und das Annehmen, wenn es nicht funktioniert genauso ein Teil davon ist - ist es ok so.

    Ich habe mich ein wenig bei dir umgesehen und auch deinen Beitrag auf der ARS Seite (https://arsautorengruppe.wordpress.com) gelesen und empfinde es als Ausdruck deines momentanen Zustandes. Nicht zuletzt, weil es mich ohnehin berührt und sehr angesprochen hat.
    Vielleicht verstehe ich dich falsch, vielleicht aber auch nicht.

    Wenn es dir gerade näher liegt zu schweigen, dann tue es. Man wird dich nicht vergessen. Aber vergiss du auch nicht, dass Worte heilen können. Auch von innen. Und wenn du sie nur für dich suchst und fließen lässt. Und nicht für andere und den Blog.

    Fühl dich besser! Du kannst in vielen Zuständen glücklich sein. Es kommt darauf an, ob du es willst.
    Ich wünsche es dir.

    Ganz ganz liebe Grüße
    Jennifer

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  2. Auch ich kenne diese Phasen und habe sie immer wieder. Es gibt Tage, manchmal Wochen, an denen die Worte nur so aus mir herausfließen und ich mich abends zwingen muss, mich von meiner Schreibstätte zu erheben, um schlafenzugehen.

    Dann passiert es. Von einem Augenblick zum nächsten fließt nichts mehr. Ich sitze noch eine Weile da, warte, versuche mich zu sammeln, zur inneren Ruhe zu kommen und doch hilft alles nichts - ich bin leer. Finde keine Wörter mehr. Diese Phasen können auch Tage oder Wochen andauern, frustrieren, wenn man sie die ersten Male erlebt.

    Mein Rezept dagegen? Nichts. Ich bekämpfe Nichts mit Nichts. Früher wurde ich in solchen Phasen nervös und hatte Angst, dass es nun vorbei sei, dass Nichts Nichts bliebe. Insbesondere nach der Veröffentlichung meines ersten Thrillers hatte ich Angst, dass es das war. Dass keine weitere Geschichte in mir steckte. Und dann kam der Tag, an dem ich morgens aufstand, mir den Laptop schnappte und schrieb. Wie immer ohne Konzept, es floss wieder.

    Mein zweiter Thriller benötigte wieder ein ganzes Jahr, bis er fertig war, da ich zwischendurch immer wieder solche Nichts-Phasen hatte, mit denen ich inzwischen besser umzugehen weiß. Nichts wird in mir irgendwann wieder zu Etwas, und jeder Versuch, diesen Prozess zu beschleunigen, hat sich als nicht hilfreich erwiesen. Eher das Gegenteil bewirkt. Ich war verkrampft, rang mit den Worten und brachte nur für mich enttäuschende Dinge aufs virtuelle Papier. Ich sollte nichts über die Stange brechen. Wenn mein interner Phantasiespeicher wieder gefüllt ist, fließt es von allein, diese Zuversicht habe ich zum Glück erlangt. Dies gibt mir innere Ruhe, die Zeiten des Nichts anzunehmen und anderweitig zu genießen.

    Ich bin zuversichtlich, dass es bei dir auch wieder fließt! In dem Sinne, genieße die Zeit des Nichts, denn sie hat auch etwas und gehört dazu. Wer weiß schon, für was sie gut sein wird? Und eines Tages spürst du tief im Inneren: Heute geht es weiter!

    LG Uwe

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  3. Mein lieber Pirandîl,
    es ist zwar traurig, aber auch verständlich, dass dir gerade die Kraft und vielleicht auch das "Orm" (liest du Walter Moers?) fehlt. Über mehr Graustufen freue ich mich natürlich, dennoch wünsche ich dir in erster Linie Gelassenheit, Geduld und Zuversicht, dich mit deinen Themen auseinanderzusetzen und wieder zu Kräften zu kommen.
    Danke auch für deinen wundervollen Kommentar. Er hat mich sehr gerüht - und sprachlos gemacht (was bei meiner großen Klappe wahrlich ein Meisterstück ist!)
    Ich schicke dir eine Umarmung und eine große Portion Ruhe und Erholung,
    Anna.

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  4. Ja, es gibt Phasen, da sprudelt alles aus einem heraus und es gibt Phasen, da fehlen einem die Worte. Alles hat seine Zeit und alles hat seine Stunde. Ob man christlich denkt oder nicht, viel kann man lesen im Buch der Prediger (Kohelet), z.B. hier zu finden: http://www.die-bibel.de/online-bibeln/luther-bibel-1984/bibeltext/bibelstelle/pred3,14/
    Dort findet man sehr positive Gedanken, aber auch genau das Gegenteil. Die positiven Gedanken soll man mitnehmen, wenn man Zeit braucht, soll man sich Zeit lassen, Wichtiges kommt schon wieder. In manchen Phasen glaubt man, nichts geht mehr und dann öffnen sich plötzlich und manchmal unerwartet, Türen und man kann hineingehen, wenn man will. Elfie

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  5. Vielen Dank Euch allen für Eure Kommentare, es tut sehr gut, Eure aufmunternden Worte zu lesen. Das Schreiben wird irgendwann wieder bei mir sein, ganz bestimmt sogar.

    Liebe Grüße,

    Pirandîl

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