Montag, 8. Juni 2015

Sommerhaut

Ein Windhauch streifte durch den Garten und bescherte ihnen Abkühlung. Danach kam die Hitze zurück, die auch im Schatten der Fliederbüsche noch drückend war. Sie lagen dicht beieinander, Haut an Haut, in Stille getaucht. Das leise Rascheln der Blätter ab und an unterstrich das Hochsommer-Schweigen der leise atmenden Körper.

Timon ließ seine Finger sanft über die fremde Haut streifen. Die Fingerkuppen glitten behutsam den Oberarm hinauf, verharrten kurz auf der Schulter und streiften dann die Wölbung der Brust entlang. Da war die Brustwarze, die sich unter der Berührung straffte, Gänsehaut-Gefühl, dann suchten seine Finger das Gesicht. Langsam schwebte seine Hand über die Wange, von der Schläfe an abwärts, den Hals hinunter zurück über die Schulter und die Seite des Körpers immer weiter hinab. Da war der Schweißfilm auf der Haut und das kurze erbeben der Muskeln, als Seine Finger die Oberschenkel erreichten und zur Mitte der Schenkel glitten – Timon war sich sicher, einen schöneren Mann als Linus hatte er nie gesehen.

Ich nenne das neue Label in meinem Blog „Schreibübungen“. Es ist für kurze Prosa-Schnipsel gedacht, die keine eigenständige Geschichte darstellen, die zu schreiben mir aber Vergnügen bereitet. Die Idee dazu ist nicht neu. Schon als ich den Blog ins Leben rief, hatte ich den Plan, dieses Ressort zu schaffen, doch dann geriet das Vorhaben wieder in Vergessenheit. Vor einigen Tagen wurde mir dann klar, dass ich mit dem Post » Das Fremde und wie es verging vor Kurzem genau die Art Text geschaffen hatte, wie sie für das einst geplante Label „Schreibübungen“ gedacht waren. Mit „Sommerhaut“ folgt nun die zweite Schreibübung.

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