Donnerstag, 26. Februar 2015

Wo bist Du, Emaschi?

Ich mache mir Sorgen um die Bloggerin Emaschi. Vor einem Monat, am 26. Januar, hat sie zum letzten Mal einen » Post in ihrem Blog veröffentlicht, seitdem herrscht dort Schweigen. Weiß jemand von Euch, wie es ihr geht?

Wenn man dem Blog eines anderen Menschen über längere Zeit folgt, entsteht automatisch eine eigene Art von Nähe. Diese ist völlig verschieden zu der Nähe, die sich im realen Leben zwischen Menschen entwickeln kann. Die durchs Bloggen vermittelte Nähe ist aber auch nicht vergleichbar mit dem Gefühl, das entsteht, wenn man von einem Buch gefesselt wird, auch wenn es in beiden Fällen ums Lesen geht. Nein, die Nähe, die durchs Bloggen entsteht ist etwas ganz eigenes. Einem Blog folgen ist darum mehr, als nur lesen.

Mit Emaschi verbindet mich nicht nur, dass ich ihrem Blog folge, sondern auch, dass es schon einige Male vorgekommen ist, dass ihre Texte mich zu eigenen Texten inspiriert haben. Beispiele hierfür sind die Gedichte » Wie Vögel… oder » Dein Atlas brüllt.

Im September vergangenen Jahres entstand dann die Idee, dass Emaschi und ich gemeinsam ein Gedicht schreiben wollten. Das Projekt ist leider nie wirklich voran gekommen, auch weil durch den Tod meines Vaters im Oktober vieles durcheinander gewirbelt wurde. Vor ein paar Tagen habe ich aber die erste Strophe dieses Gedichts in meinen Unterlagen gefunden. Emaschi hatte sie mir am 11. September 2015 geschickt. Ich habe eine zweite Strophe dazu geschrieben.

Wo bist Du, Emaschi?


Das Schiff driftet eintönig durch Gedankenmeere;
Schaukelt über nächtliche Windstille.
Das Loch in den Segeln ist die Sehnsucht,
die das Vergehen seiner Silhouette hinterließ.
Des Morgens erwacht sie mit feuchten Wangen,
fragt sich, ob sie hätte niemals mit ihm
schwimmen dürfen.

Ein anderer sucht sie, fragt wo sie ist.
Doch da ist nur das Meer und der Widerhall
ihrer Worte und Träume, oft schattenverhangen,
ihrer Lieder und Bilder, ein Rätsel das bleibt,
auch wenn sie fehlt.
Wo bist Du, Emaschi?

Von Emaschi (1. Strophe) und Pirandîl (2. Strophe)


Für Emaschi. Wo immer Du bist, ich wünsche Dir alles Gute.

Kommentare:

  1. ♥ ♥ ♥

    [auch von mir: wo auch immer du steckst, ich wünsch dir, von Herzen, nur das allerbeste! komm bald wieder - es gibt hier so einige Menschen, die sich darüber, sehr sehr freuen würden...machs gut, Liebes! ich hoffe du schaffst "es"...! liebgruß, Liv *]

    PS: Pirandîl - sehr sehr schön geschrieben. fühl dich lieb umarmt! dankbare Grüße, Liv *

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    1. Hallo Liv, danke für Deine Worte und auch danke für die Umarmung, über so etwas freue ich mich immer.

      Liebe Grüße zurück, Pirandîl

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  2. Oh wie schön, das Gedicht gefällt mir wirklich wahnsinnig gut! Ich hoffe Emaschi geht es gut..

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    1. Hallo und vielen Dank. Leider konnte bisher niemand sagen, wie es um Emaschi steht. Ich hoffe vor allem, dass sie nicht alleine und in guten Händen ist. Liebe Grüße, Pirandîl

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  3. Lieber Pirandîl,
    "Es ist schön, dass du da bist - einfach weil du der Mensch bist, der du bist."
    Danke für diese Worte, die haben mir an diesem Tag ein wenig aus dem schwarzen Loch herausgeholfen.
    Leider weiß ich nichts von Emaschi, mache mir aber ebensolche Sorgen wie du...
    Liebe Grüße an dich, Anna.

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    1. Hey Anna, schwarze Stunden haben wir alle immer wieder, doch es freut mich, dass ich Dir etwas Licht verschaffen konnte. Alles weitere schreibe ich Dir als Kommentar in Deinem Blog, liebe Grüße, Pirandîl

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  4. Hallo Pirandîl,
    dass das Duschen nur Symptom ist, weiß ich, und ich hoffe sehr, dass sich meine Ängste legen, wenn ich mich mehr in meinem Körper zuhause fühle.
    In den letzten Jahren habe ich mehrere Kampfkünste ausprobiert, momentan praktiziere ich Karate. Wie hast du dich denn bezüglich des Tai Chis entschieden? Ich erinnere mich, dass du gegen Ende des letzten Jahres sehr mutlos warst und am Überlegen, ob du den Sport aufgibst...
    Liebe Grüße, Anna.

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  5. Hallo Pîrandil, ich habe auch nichts von Emaschi gehoert und bin bisher auch beim Umhoeren nicht weiter gekommen. Halten wir die Daumenm dass es gut ist.
    Deinen Beitrag dort oben finde ich auf eine besondere Weise sehr schoen. Danke also dafuer.
    Ich hoffe, d i r geht es gut.
    VG Joy

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    1. Hallo Joy,

      danke, mir geht es soweit gut. Es freut mich, dass mein Post Dir gefällt. Was Emaschi betrifft, kann man wohl nur hoffe, dass es Ihr gut geht.

      Liebe Grüße, Pirandîl

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  6. Hier nun ein Nachtrag: Emaschi hat sich wieder gemeldet. Ich freue mich sehr darüber.

    Emaschi, es ist schön, dass Du noch da bist.

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  7. Hallo Pirandîl,
    du hast Recht: Manchmal ist es scheinbar so einfach, das zu tun, was richtig und gut ist, und doch zögert man, sei es wegen fehlendem Mut oder aufgrund mangelnder Bereitschaft, sich anzustrengen. Hat man es aber doch getan, fühlt man sich befreit :)
    Dass du beim Tai Chi geblieben bist, freut mich ungemein, ich bin sicher, es tut dir gut! Und ganz viel Respekt dafür, dass du auf dein Gefühl gehört und aus dem Vollkontakt raus bist.
    Ich wünsche dir, dass dir die Freude an deiner Kampfkunst noch lange erhalten bleibt und du es auch in schwierigen Situationen schaffst, über deinen Schatten zu springen. So, wie du es ja schon getan hast.
    Liebe Grüße, Anna.

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