Mittwoch, 18. Februar 2015

Verzicht – die Fastenzeit beginnt

Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei, doch so fatalistisch würde ich die Sache nicht einschätzen. Dennoch, ich habe vor zu fasten.

Im vergangenen Jahr habe ich die Erfahrung zum ersten Mal gemacht. Damals habe ich während der Fastenzeit komplett auf Fleisch verzichtet. Der Hintergrund war nicht eine plötzlich an mir selbst neu entdeckte Frömmigkeit, sondern schlicht die Überlegung, dass ich mich selbst dazu bringen wollte, mehr Fisch und mehr vegetarische Gerichte zu essen. Es hat tatsächlich funktioniert. Seitdem weiß ich, wie lecker Tofu sein kann, wenn man die richtigen Gewürze verwendet. Gleichzeitig war es eine schöne Erfahrung, festgefahrene Gewohnheiten aufzubrechen und durch neue zu ersetzen. Deshalb will ich es auch in diesem Jahr wieder wissen. Diesmal verzichte ich allerdings nicht auf Fleisch, sondern auf etwas anderes – und mein Alltag wird dadurch in jedem Fall verändert werden: Ich werde in der Fastenzeit den Fernseher ausgeschaltet lassen.

Auf den Gedanken brachte mich eine längere Unterhaltung in einem Chat, wobei meine Gesprächspartnerin auch einmal erwähnte, dass sie gar keinen Fernseher besitzt. Dadurch begann ich nachzudenken. Ich schaue nicht übermäßig viel fern, aber ich neige zum sog. „Zappen“. Zudem ist das Fernsehen bei mir oft mit dem Ausschalten des Gehirnkastens verbunden. Ich bin einfach gespannt, wohin ich komme, wenn die Flimmerkiste für einige Wochen ausgeschaltet bleibt. Das soll mein Verzicht sein.

Wie haltet Ihr es mit der Fastenzeit? Werdet Ihr fasten und wenn ja, wie sieht Euer Verzicht aus?

Liebe Grüße, Pirandîl

Kommentare:

  1. Wenn TV-Verzicht Fasten bedeutet, dann faste ich das ganze Jahr, lieber Pirandîl. Das laufende Programm schaue ich so gut wie nie... Wenn mich ein Film oder eine Reportage wirklich interessiert, zeichne ich es einfach auf und schaue es (ohne Werbung) in aller Ruhe an, wenn ich Lust habe. Auf Fleisch kann und will ich bei einer kohlenhydratarmen Ernährung nicht verzichten. Überhaupt finde ich jeden "grundlos" erzwungenen Verzicht eher fragwürdig. Vielleicht wäre es sinnvoller, statt in der Fastenzeit auf etwas zu verzichten, lieber etwas zu tun, was man sonst nicht tut? Man könnte z.B. jeden Tag genug trinken oder versuchen, jeden Tag einen fremden Menschen zum Lächeln zu bringen, oder jeden Tag ein Foto von einem bestimmten Baum machen oder, oder, oder...
    Liebe Grüße von Felina, die in der Fastenzeit komplett auf's Fasten verzichtet ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Felina, "grundlos" würde ich meinen Verzicht nicht nennen. Mein Grund ist zwar nicht religiöser Natur, ich docke mich gewissermaßen nur an diesen Brauch an, doch geht es mir darum, mich als Charakter weiter zu entwickeln. Seit meinem Fleisch-Fasten esse ich deutlich mehr vegetarisch, nach dem Fernseh-Fasten hoffe ich, dort hin zu kommen wo Du bereits bist ;-)

      Ich drücke Dir für Deine Job-Situation weiterhin beide Daumen und wünsche Dir (im ökonomischen wie auch im persönlichen Sinn), dass Du viele Menschen zum Lächeln bringen kannst ;-)

      Liebe Grüße, Pirandîl

      Löschen
  2. Auch ich sehe so gut wie nie fern. Die Fastenzeit begehe ich ebenfalls nicht, aber ein wahrhaft schmerzlicher Verzicht wäre es für mich, meine Internetaktivitäten einzustellen, und auch der vollständige Verzicht auf Süßes wäre extrem schwer für mich. Manchmal frage ich mich, ob es nicht interessant wäre, es einmal auszuprobieren, aber der Anreiz war nie groß genug, es tatsächlich umzusetzen.

    Ansonsten hat mein Liebster mich seit Jahresbeginn auf eine ganz spezielle Fastenkur gesetzt - und ich versage immer wieder kläglich. Herrje, ist es schwer, etwas Lustvolles zu unterlassen, das jahrzehntelang fester Bestandteil meiner abendlichen Rituale war!

    Herzliche Grüße,
    Schattentänzerin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Schattentänzerin, da ich weiß, auf welche Fastenkur Dich der Sinnfinder gesetzt hat, ahne ich, wie schwer das sein kann, jeder andere Verzicht wäre hier zu viel. Ich wünsche Dir, dass Du bei jedem Zusammentreffen mit ihm für Deinen Verzicht entschädigt wirst, auf welche Art auch immer ;-)

      Liebe Grüße, Pirandîl

      Löschen
  3. Hallo Pirandîl,
    Pfannkuchen sind wirklich etwas Wunderbares, wobei deine sicher vielfach besser sind, du hast es ja ganz offiziell gelernt. Dankeschön jedenfalls für deine Glückwünsche und auch für das Teilen deiner Meinung, es ist mir viel wert, ehrliche Rückmeldung zu bekommen!

    "Aschflügel" bzw. "Ailes grises" ist der Name eines Animes, den ich sehr schätze. Er behandelt Themen, mit denen ich mich immer wieder auseinandersetze, und mir gefällt der Klang des Wortes. Es lässt erahnen, dass trotz der scheinbar so trüben Farbe ein Fliegen möglich ist...

    Sehr löblich, dass du auf TV verzichten möchtest, das halte ich für eine gute Alternative zu Fleisch/Alkohol/Süßigkeiten. Wie lässt sich denn dein Experiment an, fällt es dir schwer?
    Bei mir war die Entscheidung, auf was ich verzichte, sehr schwierig, da ich keinen Fernseher besitze, keinen Alkohol trinke und auch kein Fleisch esse. Die Süßigkeiten, die ich zu mir nehme, habe ich bitter nötig, weswegen ich mich dazu entschieden habe, auf Selbsthass zu fasten. Ich versuche, mir abends immer wieder bewusst zu machen, was ich an diesem Tag gut gemacht habe und mich mit Kleinigkeiten zu belohnen (:

    Liebe Grüße, Anna.

    AntwortenLöschen

Kommentare sind immer erwünscht, werden aber zur Sicherheit stets moderiert.