Sonntag, 8. Februar 2015

Aus dem Bestand: Tagelied

Auch wenn das Gedicht anderes vermuten lässt, ich bin heute Morgen – so wie sonst auch – alleine aufgewacht. Dennoch musste ich an diesen Text denken. Er ist tatsächlich schon 15 Jahre alt.

Tagelied


Zwei Vögel auf einem Baum:
Der Wind streicht müßig an ihren Federn,
die Zweige erschauern,
doch still sind die Blätter;
der Mandelbaum ruht.

Sie ahnen den Morgen und schweigen ihr Lied.
Im Osten die Sonne erscheint,
ihr Licht flutet gütig
das Land, das noch schläft;
selig die Erde.

Zwei Vögel auf einem Baum,
wir ahnen den Morgen und der Mandelbaum ruht.
Wir ahnen den Frieden,
du und auch ich,
wir.


Aus dem Bestand – das Gedicht gehört zu einem meiner E-Books. Diejenigen unter Euch, die dem Blog schon länger folgen, werden sich erinnern, dass ich bis Ende vergangenen Jahres versucht habe, mit diesem Blog Werbung für meine E-Books zu machen. Das hier ist keine Werbung. Ich werde die Texte der E-Books nach und nach hier veröffentlichen. Vielleicht lege ich sogar eigene Seiten dafür in meinem Blog an. Das habe ich aber noch nicht entschieden.

1 Kommentar:

  1. Lieber Pirandîl,
    ich glaube, es dürfen auch mal zwei Gläser Rotwein sein - ich wollte nur darauf hinaus, dass man auch die Einsamkeit gelegentlich genießen kann und soll ;)
    Dein Gedicht gefällt mir sehr - ich habe gerade wirklich einen Geruch nach Mandeln und Marzipan und Zuhause in der Nase...
    Alles Liebe dir, Anna.

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