Mittwoch, 3. Dezember 2014

Winterschlaf

Der Grund, warum ich so oft über das Thema „Müdigkeit“ schreibe ist ein unglaublich banaler, ich bin einfach sehr oft müde. Es hängt mit meiner Arbeit zusammen, Schichtdienst zehrt an der Substanz. Wenn es dann auch noch kalt und grau ist, so wie zurzeit, dann ist der Gedanke an „Winterschlaf“ nicht fern.

Eine Illustration aus dem Munin-Buch
„Eine drollige Gesellschaft“ von
Tove Jansson, eingebettet über
sueddeutsche.de.
Ich war schon als Kind von dem Gedanken fasziniert, über Wochen hinweg einfach nur zu schlafen. Meine Mutter las mir damals häufig aus den Büchern von Tove Jansson vor. Darin spielen die Mumins die Hauptrolle, Trolle, die hoch oben im Norden in Finnland leben – und die halten eben auch Winterschlaf. Davor essen sie unglaublich viele Tannennadeln, diesen Aspekt blende ich bei meinen Winterschlaf-Phantasien aber gerne aus. Für einen ehemaligen Koch klingt ein Teller voller Tannennadeln nicht gerade anheimelnd.

Natürlich ist das alles nur Phantasterei, Menschen halten keinen Winterschlaf. Leider, wenn wir es täten, wäre die Welt vielleicht eine bessere…

Kommentare:

  1. Ein guter Gedanke. Ich hatte mal irgendwann diese Idee, zwischen Silvester und dem 1. Januar eine Leerlaufwoche entstehen zu lassen. Man könnte das ganze Jahr hindurch Zeit dafür "sammeln", indem man bei sieben Monaten jeweils einen Tag abzieht. Diese sieben Tage, die am Schluss übrig bleiben, sollten im absoluten Leerlauf verbracht werden. Geschäfte sollten zu haben, es sollte nur das nötigste gearbeitet werden (Strom usw.), kein Fernsehen, keine Zeitung - ein absolutes schwarzes Loch, das zur seelischen Reinigung dient, bevor es wieder von vorne losgeht. Vielleicht eine Art kommerzieller, emotionaler Winterschlaf. Denn dieser Übergang von "bald ist das Jahr zuende" zu "alles, wirklich alles beginnt wieder von vorne" ging mir schon immer viel zu schnell.

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    1. Hey Dezembra, dieser siebentägige Leerlauf ist dem Konzept des Winterschlafs wirklich sehr nahe. Vielleicht sollte man es einfach mal ausprobieren, es könnte eine sehr interessante Erfahrung sein...

      Liebe Grüße, Pirandîl, der jetzt gleich in sein Bett sinkt, wenn auch leider eben nicht zum Winterschlaf.

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  2. Mumin sind so wundervoll <3 Du musst eine sehr liebe Mama haben.

    Ich bin nicht eiskalt, aber auf dem Weg, es zu werden. Momentan schmerzt die Kälte noch, und ich habe Angst vor dem Auftauen.
    Ist das Gedicht auf deinem Blog zu finden? Wenn ja, magst du es mir verlinken?

    Deine Beschreibung der Wintermüdigkeit kann ich gut nachvollziehen. Da helfen nur Plätzchen, Tee und ein gutes Buch unter einer warmen Decke...
    Zu dezembras Kommentar fällt mir "Das Buch der toten Tage" von Marcus Sedgwick ein. Da werden die letzten sieben Tage des Jahres, zwischen Weihnachten und Neujahr, als besonders, düster und magisch dargestellt, das hat mir gut gefallen.

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    1. Hey Anna, die Angst vor dem Auftauen ist etwas furchtbares, ich kenne das, doch der Schritt lohnt sich.

      Das Gedicht ist bisher noch unveröffentlicht, aber ich werde es aus dem Archiv holen und am Freitag in meinen Blog einstellen. Ich bin gespannt, was Du dazu sagst, denn es ist Deinem Text vom Motiv her sehr ähnlich.

      Liebe Grüße, Pirandîl

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  3. Danke für das Teilen deiner Worte, immer wieder. Ich bedauere es sehr in dieser Zeit keine tauglich Worte finden oder hierlassen zu können. Gib auf dich acht in dieser kalten Zeit. Joy

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    1. Hallo Joy, vielen Dank für deinen Kommentar, er ist alles andere als "untauglich". Ich werde auf mich aufpassen, liebe Grüße, Pirandîl

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  4. Das wär's doch, lieber Pirandîl... Den ganzen Winter verschlafen und dann von Frühling bis Herbst ganz ohne Schlaf auskommen und das Leben in vollen Zügen genießen...
    Tannennadeln kann man zwar sicher nicht essen, aber man kann sie trinken! Und wenn man genug davon getrunken hat, kann man danach auch ziemlich lange schlafen ;-)
    Tannenspitzenlikör:


    Zutaten:

    1 gläserne Saftflasche mit breitem Schraubverschluss, 1 Liter Inhalt
    1/3 Flasche frisch gepflückte junge Tannenspitzen
    150 Gramm weissen Kandis
    1 Flasche Gin

    Zubereitung
    Man verwendet nur die kleinen, jungen, hellgrünen Tannenspitzen, die beste Zeit zum Pflücken ist im Frühjahr.

    Die Saftflasche und der Verschluss sollten natürlich gut mit heissem Wasser gesäubert sein.

    Die Tannenspitzen kalt abspülen, das Wasser abschütteln und die Flasche gut 1/3 hoch damit füllen.
    Den Kandis dazugeben und mit Gin auffüllen.

    Die Flasche an einem dunklen Ort stehen lassen und am besten bis zum Herbst vergessen. In der Zwischenzeit sollte sich der Kandis aufgelöst und der Gin eine zart hellgrüne Farbe angenommen haben.

    Dann den Likör filtern und in Karaffen abfüllen, eventuell ein paar schöne Tannenspitzen zur Dekoration mit in die Karaffen geben.

    Liebe Grüße von Felina, die diesen Likör besonders gerne zur Weihnachtszeit trinkt, aber im letzten Frühjahr leider vergessen hat, welchen anzusetzen ;(

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    1. Hallo Felina, wie heißt es doch so schön: "Wer Sorgen hat, hat auch Likör!". Allerdings gehöre ich eher zur Gilde der Bier- und Wein-Trinker, dennoch, vielen Dank für das Rezept. Nach einem Glas Likör schläft es sich bestimmt sehr gut ;)

      Liebe Grüße, Pirandîl

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