Samstag, 13. Dezember 2014

Schreiben: Exhibitionismus der Worte

Es ist eine besondere Form des Exhibitionismus, die den Schreibenden zum Schreiben verleitet. Ein Sich-Entblößen mit Worten, ein Gesehen-Werden-Wollen und das Wohlbefinden in der Gewissheit, gesehen – oder eben gelesen – zu werden.

Das unterscheidet den Autoren vom Propagandisten, den letzterer will nicht entblößen, sondern verschleiern. Es ist auch der Unterschied zwischen Autor und Journalist, denn der Journalist steht in der Regel neben seinem Text, ohne in ihm zu sein. Zu unterscheiden sind hier natürlich die Genres „Reportage“, „Feature“ und „Kommentar“, in denen die sich steigernde Subjektivität den Journalisten mehr und mehr dem Autor annähert.

Auch der „stumme“ Autor, der nur für sich selbst schreibt, trägt letztendlich diesen Exhibitionismus in sich, auch wenn er eben nur in sich selbst einen Leser findet. Wer schreibt, der schreibt den Leser immer gleich mit, ganz egal ob der nun real oder rein ideell ist.

Dem tatsächlich erfolgreichen Autor gelingt es dabei sogar, mit der Erfüllung seiner Lust – nichts anderes ist das Schreiben unter dieser Perspektive – auch noch Geld zu verdienen. Und der weniger erfolgreiche Autor?

Ich gehöre zur letzteren Gruppe und ich habe Lust gelesen zu werden. Hast Du mich also bis hierher gelesen, so lies doch noch eine ganze Ecke weiter. Ich schenke Dir meine Kindergeschichte » Die Weihnachtskatze. Um was es dabei geht, erfährst Du, wenn Du auf den Link klickst, oder alternativ auf das Buch-Symbol rechts in der Sidebar. Bis zum 17. Dezember kannst Du das E-Book völlig Umsonst bei Amazon herunter laden. Ich wünsche Dir viel Vergnügen beim Lesen.

Kommentare:

  1. Ein Kommentar in eigener Sache: Wie ich gerade feststellen musste, hat Amazon das E-Book noch nicht auf 0 Euro gesetzt, es sollte aber bald geschehen. Liebe Grüße, Pirandîl

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  2. Ich verstehe, was du meinst, und teile deine Einstellung prinzipiell. Das Aufrechterhalten dieser Ansicht ist allerdings sehr anstrengend, wenn im Kollegium nur Personen sind, die dazu gehören. (Du hast sicher bemerkt, dass ich "Mädchen" anstatt "Frauen" geschrieben habe - es fühlt sich für mich an wie während der Schulzeit.)

    Mir gefällt dein Text, wenn ich auch denke, dass noch andere Dinge die Menschen zum Schreiben bringen - von der inneren Reflexion (nichtöffentliches Tagebuch) hin zu Anregungssuche und Austausch (Internetforum). Das Schreiben ist ein kulturelles (Bewahrung von Wissen) und politisches Instrument (Darstellung von Menschenrechtsverletzungen). Das Schreiben kann nicht nur Selbst-, sondern auch Fremdentblößung sein.
    Worte sind die Waffen der scheinbar Wehrlosen.

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    1. Hallo Anna,

      natürlich hast Du Recht, was ich beschrieben habe ist nur ein Aspekt des Schreibens, auch wenn ich glaube, dass er sehr grundlegend ist. Worte können unglaublich viel sein – und sehr mächtig. Deine Formulierung stimmt absolut: „Worte sind die Waffen der scheinbar Wehrlosen.“ Dem kann ich nur zustimmen.

      Liebe Grüße, Pirandîl

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