Dienstag, 11. März 2014

Der Mann mit dem Mund

Noch bis zum 23. März zeigt das Frankfurter Liebieghaus die Ausstellung » Nok – ein Ursprung afrikanischer Skulptur. Auf mich haben die dort gezeigten Figuren eine starke Wirkung gehabt, besonders eine.

Nok-Skulptur,
1. Jahrtausend v. Chr.,
Foto: Barbara Voss und
Monika Heckner
Der Mann mit dem Mund


Von früher her,
zerbrochen, begraben,
gefunden, geborgen,
lachst Du uns an.

Dein breiter Mund spricht,
spricht nicht, spricht stumm,
mit Rätseln behangen
als Schmuck ist Dein Leib.

Wir verstehen Dich nicht,
Tönerner, den die Erde gebar;
doch wüssten wir, was Du sagst,
wir müssten erschauern.

Kommentare:

  1. Vielleicht ist der Gedanke, dass ein Mund mehr gesehen haben könnte als unsere Augen, unfassbar nah und schmerzhaft. Deine Worte treffen.

    Liebe Grüße
    Emaschi

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    1. Hallo Emaschi, danke für Deinen Kommentar, es freut mich, dass der Text Dich angesprochen hat.

      Liebe Grüße zurück,
      Pirandîl

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  2. Der Mund breit, verzogen, verschmitzt, gequält, freudig usw. man möchte, dass daraus die Worte sprudeln, um es zu ergründen.
    LG Sadie

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    1. Hallo Sadie, ja, der Mund des Ton-Mannes könnte vieles Bedeuten, was hat er nur zu sagen? Und was bedeutet es, das das rätselhafte Volk der Nok seine kunstvollen Figuren alle absichtlich zerbrach und die zerbrochenen Teile dann getrennt von einander beerdigte bzw. entsorgte. Er ist voller Geheimnisse, der Mann mit dem Mund. Liebe Grüße, Pirandîl

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