Sonntag, 2. März 2014

Auf den Gaul gekommen

Der Fastnachts-Muffel und das Pferd haben eines gemeinsam: Sie wurden beide wahrscheinlich einfach nicht früh genug konditioniert – eine Spezies-übergreifende Betrachtung.

Auf den Gaul gekommen


Quelle: Wikipedia
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Am Freitag meldete die Nachrichtenagentur dpa, dass der Einsatz von Pferden bei den Karnevalsumzügen in Hessen immer seltener wird. Der Grund ist ein durchaus handfester, die Tiere sind in einer Menschenmenge ein unkalkulierbares Risiko – Pferde sind Fluchttiere.

Im gleichen » Text kommt aber auch eine professionelle Pferdetrainerin zu Wort, die darlegt, dass es ganz einfach sei, Pferde an den Karneval zu gewöhnen. Die Pferdetrainerin empfiehlt, frühzeitig Faschingsmusik im Stall laufen zulassen, laut auf einen Eimer zu hauen während man dem Tier was zu fressen gibt und möglichst oft um das Pferd herum zu torkeln, es immer wieder zu berühren und insgesamt im Stall komische Bewegungen zu machen.

Diese frühe Prägung soll Pferde zu rechten Faschings-Narren erziehen. Das ist nötig, denn die scheuen Tiere können mit großen Ansammlungen bunt gekleideter, grölender Betrunkener in der Regel nicht viel anfangen – ausgenommen Polizeipferde, die beruflich mit dieser Klientel auch bei Fußballspielen und Demonstrationen konfrontiert werden.

Es stellt sich die Frage, ob Menschen in ähnlicher Weise desensibilisiert werden müssen? Die großen Massen, die sich zur fünften Jahreszeit auf den Straßen und in Sälen versammeln, haben offensichtlich keine Probleme mit Lärm, Alkohol und greller Kleidung. Als bekennender Fastnachts-Muffel kann ich jedoch zu Protokoll geben: Meine Mutter hat nie Faschingsmusik in meinem Zimmer aufgelegt, hat nie laut auf einen Eimer gehauen, wenn das Essen fertig war, und auch an torkelnde, komische Bewegungen im Kinderzimmer kann ich mich nicht erinnern. Ich halte es darum wie das gewöhnliche Pferd: Ich fliehe den Fasching. Helau.

Kommentare:

  1. Hallo Pirandil, habe deinen Blog durch Zufall entdeckt, finde deinen Schreibstil angenehm, witzig usw. Allerdings muss ich noch mehr lesen als eine Geschichte ;-)
    Ich bin soooooooooooo froh, dass der Fasching vorbei ist, diese närrische Zeit geht mir auf den Wecker.
    LG Sadie

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    1. Hallo Sadie, vielen Dank für Deinen Kommentar. Wie heißt es doch so schön, am Aschermittwoch ist alles vorbei – zum Glück. Liebe Grüße, Pirandîl

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