Montag, 24. Februar 2014

Eisbären-Warnung

Heute Morgen wachte ich durch einen Traum auf. In meinem Fall ist das ungewöhnlich, denn es kommt nur selten vor, dass ich mich an Träume erinnere. Ich nehme diesen Traum darum ernst, nur warum gerade ein Eisbär?

Der Traum selbst ist schnell erzählt: Ich bin mit dem Fahrrad unterwegs, erreiche ein Dorf oder eine Stadt, auf der Straße ist sehr viel los. Ein Fest wird gefeiert, die Menschen drängen sich. Mein Fahrrad ist im Weg, behindert mich, ich komme nur schwer voran. Irgendjemand sagt mir, ich solle abbiegen und das Fest verlassen. Nun kommt eine Treppe, sie führt hoch hinauf. Es ist mir rätselhaft, wie ich mit dem Fahrrad hinaufgekommen bin, doch am Ende der Treppe kommt ein dunkler Wald. Kurz sehe ich am Rand des Wegs ein Liebespaar, das innig umschlungen auf einer Bank sitzt. Ich fahre mit dem Fahrrad durch den Wald, es ist düster, die Bäume sind hoch, Schneeflecken liegen auf dem schwarzen Boden. Plötzlich kommt mir auf dem Weg ein Eisbär entgegen, ein gefährliches Raubtier, ausgemergelt und mit spitzen Zähnen. Ich drehe mit dem Fahrrad um, ich fliehe, der Bär ist dicht hinter mir. Mir fällt ein, dass ich das Liebespaar warnen muss, ich rufe: „Vorsicht, ein Eisbär!“, doch zum Anhalten bleibt keine Zeit. Mit hoher Geschwindigkeit fahre ich die Treppe wieder hinunter. Die Leute unten müssen auch gewarnt werden, wieder rufe ich: „Vorsicht, ein Eisbär!“ Ob ich unten auch ankomme, weiß ich nicht, das Bild verschwimmt und ich wache auf.

Ich weiß, dass es mit mir insgesamt nicht zum Besten steht. Das Leben ist zurzeit sehr anstrengend. Seit kurzem schleichen sich auch depressive Gefühlslagen wieder in meinen Alltag. Das ist nichts Neues für mich, darum kann ich mit diesen Gefühlen gut umgehen. Nun meldet sich also auch mein Unterbewusstsein zu Wort. Ich nehme diese Eisbären-Warnung an. Wahrscheinlich wird es früher oder später darauf hinauslaufen, dass ich mich dem Monster stellen muss. Doch zunächst werde ich auf Tauchstation gehen, mich warm einpacken und Kraft sammeln. Doch warum ist das Monster ein Eisbär?

Kommentare:

  1. Lieber Pirandîl, besten Dank für Deinen Traum.
    Vor vielen Jahren habe ich angefangen, mich mit Träumen zu beschäftigen und sie aufzuschreiben. Mit ein Auslöser war auch ein Eisbär im Traum. Es war nicht einfach, mich mit ihm anzufreunden. Aber ist es nicht schön, dass er weiss ist, wie eine Taube? Nur sind seine Methoden, einen auf etwas hinzuweisen leider etwas rabiat. Liebe Grüsse, Lukas

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Lukas, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich würde nicht soweit gehen, den Eisbären in meinem Traum mit einer Taube zu vergleichen, dafür war er einfach zu sehr ein Monster. Anfreunden? Vielleicht komme ich auch schließlich dahin, diese Vokabel zu verwenden, bis auf weiteres nehme ich mir einfach vor, irgendwann dem Bären entgegenzutreten. Ich glaube, das ist zunächst der wichtigste Schritt. Liebe Grüße, Pirandîl

      Löschen
  2. Danke für deine Kommentare auf meinem Blog. Manchmal dauert es bei mir ein wenig länger bis ich alles beantwortet habe.
    Zu wissen, dass andere Menschen auch solche Menschen in WGs erdulden mussten, ist beruhigend. An sich wollte ich meinen Mitbewohner ja auch nicht vollkommen in die Pfanne hauen, doch nach Jahren und Jahren des immer-wiederkehrenden Ablaufes, hilft selbst ein passiv.aggressiver Text auf Blogger. XD

    Liebe Grüße
    Emaschi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Emaschi,

      Dir vielen Dank, dass Du als erster Follower in meinen Blog eingestiegen bist. Was das Bloggen betrifft, Schreiben kann ungeheuer befreiend sein – und ich glaube wir beide schreiben aus genau diesem Grund.

      Liebe Grüße,
      Pirandîl

      Löschen

Kommentare sind immer erwünscht, werden aber zur Sicherheit stets moderiert.