Sonntag, 1. Dezember 2013

Die Weihnachtskatze

Eine Traumreise in einer Adventsnacht: Heute ist der 1. Advent und aus diesem Anlass poste ich das erste Kapitel meiner Erzählung „Die Weihnachtskatze“ als Leseprobe. Es handelt sich dabei um eine Vorlesegeschichte für Kinder und all jene, die sich ein Stück Kindheit in ihrem Wesen bewahrt haben. Der Text erzählt von einer abenteuerlichen Reise in der Nacht vor Heiligabend.

Die Weihnachtskatze


Es dämmerte und kleine Schneeflocken wirbelten durch die Luft. Sara ging zusammen mit ihrem Vater die Straße entlang. Sie gingen Hand in Hand, und durch die Wolle ihres Handschuhs hindurch, konnte Sara den sanften Druck von Papas Hand spüren. Sie bogen um eine Ecke und dann, ganz plötzlich, sahen sie die bunten Lichter des Weihnachtsmarkts vor sich. Auf einem Platz mitten in der Stadt drängten sich die hell erleuchteten Buden und Marktstände zusammen. Der süße Geruch von gebrannten Mandeln wehte Sara entgegen und von irgendwo her erklang aus einem Lautsprecher metallisch und scheppernd Musik. Sara kannte das Lied aus der Schule, es war „Jingle Bells“. „Komm, wir gehen Onkel Roland suchen“, sagte Papa und dann traten sie ein in den Wirrwarr aus Holzbuden und Tannenzweigen, Lichterketten, blinkenden Sternen und glitzernden Schneeflocken, die sich langsam in einer dünnen Schicht auf dem Boden und den Dächern der Buden sammelten. Es roch nach Bratwürsten und Pommes Fritte, nach Lebkuchen, Zuckerwatte und Anisplätzchen, und überall waren bunte Lampen, Weihnachtskugeln, goldene Sterne und viele, viele Leute. Sara war begeistert. Sie liebte die Adventszeit, und was alles noch besser machte, morgen war der 24. Dezember, morgen war Heiligabend! Dann würde es Geschenke geben und ihre Familie würde um den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer herum sitzen und – plötzlich legte sich ein Schatten über Saras Gedanken. In diesem Jahr war vielleicht nicht alles an Weihnachten gut. Rebecca, Saras kleine Schwester, war krank. Sie hatte hohes Fieber und lag zuhause im Bett. Mama machte sich deswegen Sorgen, das wusste Sara, denn sie konnte es ihrer Mutter am Gesicht ansehen, wenn sie besorgt war. Darum waren auch nur Papa und Sara auf den Weihnachtsmarkt gegangen. Mama war zuhause bei Rebecca geblieben.

„Da drüben ist der Bonbon-Stand“, sagte Papa und riss Sara damit aus ihren Gedanken. Sie liefen durch die dichtgedrängten Marktbesucher hindurch direkt auf eine kleine Holzbude zu, die über und über mit großen Zuckerstangen, Pralinen und bunt gestreiften Bonbons aus Plastik geschmückt war. Hinter der Theke der Bude standen ein Mann und eine Frau und als Sara näher kam, rief sie fröhlich „hallo“ und winkte, denn sie hatte ihren Onkel Roland und Frau Fiedelbumm erkannt. Onkel Roland winkte zurück, Frau Fiedelbumm aber war abgelenkt, denn sie sprach mit einer jungen Frau, die vor der Theke stand. Als Sara und ihr Papa näher kamen, hörten sie Frau Fiedelbumm zu der jungen Frau sagen: „Zur Sache, Schätzchen, zur Sache! Möchten sie jetzt die Bonbons mit den roten, oder die mit den grünen Streifen?“ Dazu machte Frau Fiedelbumm ihr übliches strenges Gesicht, das man aber nicht all zu ernst nehmen durfte, wie Sara wusste, denn sie hatte die seltsame Frau Fiedelbumm im Sommer bereits näher kennen gelernt. Die junge Frau aber war durch die strenge Stimme von Frau Fiedelbumm sichtlich verwirrt und wusste nicht recht, was sie antworten sollte. Bevor Frau Fiedelbumm jedoch erneut etwas sagen konnte, schaltete sich Onkel Roland in das Gespräch ein und meinte: „Nehmen sie doch einfach von beiden Bonbons, werte Dame.“ Sanft drängte er Frau Fiedelbumm zur Seite und füllte mit einer kleinen Schaufel eine Papiertüte mit rot- und grüngestreiften Bonbons, die er aus großen Gläsern entnahm, die vor ihm auf der Theke aufgebaut waren. „Bitte sehr“, sagte Onkel Roland und reichte der immer noch verdattert dreinblickenden jungen Frau die Tüte. „Das macht dann drei Euro“, fügte Onkel Roland noch hinzu und verzog seinen Mund zu einem breiten Lächeln. Die junge Frau zahlte und ging.

„Halo“, riefen nun Onkel Roland und Frau Fiedelbumm zusammen und wandten sich ihren Besuchern zu. „Wie schön, dass ihr da seid“, meinte Onkel Roland noch und reichte Sara und ihrem Papa jeweils eine rot-weiß gestreifte Zuckerstange. Onkel Roland war der Bruder von Saras Mama und betrieb in diesem Jahr zusammen mit seiner alten Freundin Frau Fiedelbumm den Bonbon- und Pralinen-Stand auf dem Weihnachtsmarkt. Frau Fiedelbumm war eine ältere Frau mit weißgrauen Haaren, die hinter ihrem Kopf zu einem straffen Dutt gebunden waren. Da die Bude nicht beheizt war, hatte sie eine dicke rote Jacke über ihrem Kleid an, das aus lauter bunten Flicken bestand. Um den Hals trug sie einen ebenso bunten Schal und auf diesem Berg aus dickem Stoff lag wie eine kleine Kugel Frau Fiedelbumms Kopf mit dem faltigen Gesicht, der spitzen Nase und den kleinen funkelnden Augen, mit denen sie Sara nun anblitzte. „Wo hast du denn deine kleine Schwester gelassen?“, fragte Frau Fiedelbumm Sara, „ihr tretet doch sonst immer zu zweit auf.“ Der Gedanke an die kranke Rebecca verdarb Sara die Freude an der Zuckerstange, die sie gerade lutschte, und ihr Papa erklärte Frau Fiedelbumm und Onkel Roland, dass Rebecca krank zuhause lag, und dass darum auch Saras Mama nicht mitgekommen war. Sara starrte unterdessen finster vor sich hin, denn sie hatte wieder Angst, dass es morgen ein trauriges Weihnachtsfest würde, weil ihre kleine Schwester doch krank war. Um sich abzulenken, ließ sie schließlich ihren Blick über die Holzbude schweifen. Auf der Theke standen Gläser mit den unterschiedlichsten Bonbons. In einigen waren auch Schokoladenkugeln und Pralinen. An der hinteren Wand der Bude stand ein Holzregal und auch darin waren bauchige Gläser voller Süßigkeiten. Zwischen einem Glas mit Pfefferminzkonfekt und einer silbern-rot lackierten Plätzchendose aber lag in dem Regal eine große, schwarze Kugel, die aus Stoff oder Pelz zu bestehen schien. Sara stutzte, denn sie konnte nicht genau erkennen was es war. In diesem Augenblick schlug die Kugel ein grünes Auge auf, streckte sich, gähnte und sprang dann mit einem eleganten Satz auf die Theke, direkt neben Frau Fiedelbumm – es war eine Katze. Eine große, schwarze Katze mit grünen Augen und weißen Pfoten, von denen sie nun eine mit ihrer Zunge ableckte und sich dann damit hinter dem Ohr putzte.

„Wo kommt die denn her?“, rief Sara überrascht. Auch Onkel Roland, Frau Fiedelbumm und Saras Papa unterbrachen nun ihre Unterhaltung und alle Blicke richteten sich auf die Katze, die sich davon aber unbeeindruckt zeigte und sich weiter hinter dem Ohr putzte. „Ach die“, rief Frau Fiedelbumm. „Wo genau sie herkommt, weiß ich auch nicht“, erklärte sie weiter. „Als ich heute morgen die Bude aufschloss, trieb sie sich hier herum. Ich hatte zwei Schinkenbrötchen zum Frühstück dabei und habe ihr von dem Schinken etwas abgegeben, da hat sie wohl beschlossen, hier zu bleiben. Wer weiß, vielleicht ist sie eine Weihnachtskatze, immerhin hat sie vier weiße Pfoten.“ Die Katze hatte inzwischen aufgehört, sich zu putzen und betrachtete nun alles etwas gelangweilt mit ihren grünen Augen. „Was meinst du damit, dass sie vielleicht eine Weihnachtskatze sei, was bedeutet das?“, fragte Sara. „Na ja“, antwortete Frau Fiedelbumm, „angeblich können Katzen mit vier weißen Pfoten in der Adventszeit ein kleines bisschen zaubern und Wünsche erfüllen, aber das ist natürlich nur eine Sage.“ „Wenn das so ist“, sagte Sara bestimmt, während sie energisch die Zuckerstange drückte, „dann wünsche ich mir, dass die Weihnachtskatze dafür sorgt, dass Rebecca wieder gesund wird, damit wir alle zusammen ein fröhliches Weihnachtsfest haben.“ „Sei vorsichtig mit solchen Wünschen“, sagte Frau Fiedelbumm streng. „Mit Zauberei spielt man nicht!“ „Ich wünsche es aber doch“, murmelte Sara leise vor sich hin und steckte die Zuckerstange wieder in den Mund. Die Katze sagte nichts zu alledem. Sie legte nur ihren Kopf schräg und blinzelte Sara mit ihren grünen Augen an.

Als Sara und ihr Papa etwas später wieder zuhause ankamen, war Rebecca immer noch krank. Sie lag in ihrem Zimmer im Bett und Mama saß bei ihr auf der Bettkante und maß die Temperatur mit einem Fieberthermometer. „Es ist nicht gesunken“, sagte sie zu Saras Papa und machte ein bekümmertes Gesicht, denn sie meinte damit, dass die Temperatur des Fiebers nicht gesunken wäre. Dann wandte sie sich wieder an Rebecca, strich mit der Hand sanft über ihre Stirn und sagte: „Arme, kranke Maus, du schläfst jetzt am besten.“ Danach stand sie auf und sie alle gingen aus Rebeccas Kinderzimmer. Im Hinausgehen machte Saras und Rebeccas Mama das Licht in dem Zimmer aus und als sie alle im Flur standen, meinte sie zu Sara: „Zieh deine Schuhe aus und mach dich auch fertig fürs Bett. Du isst noch eine Kleinigkeit und dann gehst du schlafen.“ Dann gingen Mama und Papa in die Küche, während Sara im Flur blieb und ihre Schuhe auszog. Ihr Blick fiel auf den Adventskalender, der im Flur an der Wand hing. Es war ein großes Bild aus Pappe. Darauf war ein verschneiter Tannenwald zu sehen, und in diesem Wald stand auf einer Lichtung ein großes Holzhaus mit vielen Fenstern und Türen. Jedes Fenster und jede Tür war mit einer roten Zahl gekennzeichnet, und zwar von eins bis 24. Seit dem ersten Dezember hatten Sara und Rebecca an jedem Tag ein Fensterchen oder eine Tür geöffnet. Am ersten Dezember das Fenster mit der Eins, am zweiten Dezember die Tür mit der Zwei und so weiter, und so weiter. Hinter jedem Fenster und hinter jeder Tür hatten sie ein Bild gefunden. Mal war es eine Schneeflocke gewesen, mal ein roter Apfel oder ein Lebkuchenmann, und je mehr Türen und Fenster sie geöffnet hatten, desto näher war Weihnachten gekommen. Als Sara nun vor dem Adventskalender stand, fiel ihr ein, dass sie und Rebecca heute Morgen kein Türchen geöffnet hatten, denn ihre kleine Schwester war zu krank gewesen. Sara suchte, wo auf dem großen Pappbild die 23 zu finden war. Sie musste einige Augenblicke angestrengt auf das Bild schauen, aber dann fand sie die Zahl. Die rote 23 stand auf einer kleinen Tür ganz nah an der linken Seite des großen Hauses. Rebecca wird hoffentlich nicht böse sein, wen ich das Fenster alleine aufmache, dachte Sara. Ob sie morgen wieder gesund ist? Es wäre so schön, wenn wir die 24 zusammen aufmachen könnten. Die 24 musste Sara nicht lange suchen, denn sie war nicht zu übersehen. In der Mitte des Holzhauses war ein großes Tor mit zwei Torflügeln. Auf dem linken Torflügel war eine rote Zwei und auf dem rechten Torflügel eine rote Vier. Zusammen ergab das die Zahl 24. Aber heute musste erst einmal die 23 geöffnet werden. Sara musste sich etwas strecken, um das kleine Fenster zu erreichen und als sie es aufgemacht hatte, staunte sie, denn dahinter war das Bild einer Katze – einer schwarzen Katze mit weißen Pfoten und grünen Augen. Was soll das denn, dachte das Mädchen. Der Wunsch ist doch gar nicht in Erfüllung gegangen, Rebecca ist immer noch krank.

Noch etwas später lag Sara im Bett. Sie hatte zusammen mit Mama und Papa zu Abend gegessen, sich die Zähne geputzt und dann hatte Mama sie ins Bett gebracht. Nun lag Sara in ihrem Schlafanzug unter der Bettdecke in ihrem dunklen Zimmer und hörte, wie ihre Eltern ebenfalls nacheinander ins Bad gingen, um sich die Zähne zu putzten, und wie sie leise miteinander sprachen, ohne dass Sara sie verstehen konnte. Durch den Ritz unter der Tür konnte sie sehen, dass noch Licht im Flur war. Schließlich hörte sie, wie jemand, vermutlich ihr Vater, denn er ging immer als letzter ins Bad, die Badezimmertür leise schloss und leise durch den Flur lief. Dann ging das Licht im Flur aus. Der dünne Lichtspalt unter der Tür zu Saras Zimmer erlosch und alles war still. Wie schade, dass der Wunsch an die Weihnachtskatze nicht in Erfüllung gegangen ist, dachte Sara und zog die Decke höher. Es wäre so schön, wenn Rebecca morgen gesund wäre, es ist doch schließlich Weihnachten. Dann wurden ihre Augen schwer und sie schlief ein. In der Nacht wachte sie aber wieder auf. Es war absolut dunkel in ihrem Zimmer, aber plötzlich lag Sara wach in ihrem Bett. Zuerst wusste sie nicht genau, warum sie wach war, aber dann hörte sie ein Geräusch. Es war ein Brummen, das anscheinend mitten aus ihrem Zimmer kam. Dabei war das Geräusch nicht gleichbleibend, sondern es schwoll an und wurde wieder leiser, schwoll dann wieder an, ebbte wieder ab, und das immerfort. „Was ist das?“, fragte Sara leise sich selbst. Schließlich langte sie mit der Hand unter der Decke hervor, tastete im Dunkeln nach ihrem Nachttisch und dem Schalter ihrer Nachttischlampe und schaltete die Lampe an. Ihre Augen waren kurz geblendet, dann aber richtete sie sich in ihrem Bett auf, schaute sich um und erschrak kurz. Mitten in ihrem Zimmer saß die Katze vom Weihnachtsmarkt und blickte sie mit ihren grünen Augen an. Das Brummen, das Sara geweckt hatte, kam von der Katze, es war das Katzenschnurren. Sara war zu überrascht, um etwas zu sagen und starrte die Katze darum nur an. Da hörte das Schnuren plötzlich auf und die Katze sagte mit einer leisen, samtigen Stimme: „Guten Abend, wie schön, dass du endlich wach bist. Wir haben viel zu tun.“

„Du kannst sprechen?“, platze es aus Sara heraus. „Wie ist das möglich?“, fragte sie noch, jedoch etwas leiser, denn sie wollte ihre Eltern nicht wecken. „Ich bin eine Weihnachtskatze, Herzchen, und in der Adventszeit können alle Weihnachtskatzen sprechen“, sagte die Katze mit ihrer Samtstimme und legte den Kopf etwas schräg. „Dein Name ist Sara, nicht wahr? Mein Name ist Ida“, fügte die Weihnachtskatze noch hinzu. Sara nickte nur. Sie war ziemlich verwirrt und etwas unheimlich kam ihr das Ganze auch vor. „Nun zu deiner Schwester, Herzchen“, sprach die Katze weiter, „du willst doch, dass sie wieder gesund wird, nicht wahr?“ „Ja“, antwortet Sara leise, „kannst du sie gesund machen?“ „Ich alleine kann das nicht,“ war Idas Antwort, „aber ich kann dir sagen, warum deine Schwester krank ist, ich kann dir sagen, wie du sie heilen kannst und ich kann dir dabei helfen. Aber ich warne dich, du wirst eine abenteuerliche Reise mit mir zusammen machen müssen, wenn du deine Schwester heilen willst. Bist du dazu bereit?“ Sara zögerte. Sie war zwar die ältere Schwester, aber wenn es um gefährliche Abenteuer ging, war es immer ihre kleine Schwester Rebecca, die voran ging. Sara fühlte sich immer sicherer, wenn sie mit Rebecca zusammen etwas unternahm, aber nun alleine auf ein Abenteuer ausziehen? Noch dazu mit einer sprechenden Katze, die zwar nicht gefährlich aussah, die aber doch einen merkwürdigen Eindruck bei Sara hinterließ? Sie zögerte immer noch und die Katze blickte sie unverwandt mit ihren grünen Augen an. Wenn Rebecca an ihrer Stelle wäre, würde die sofort „ja“ sagen, das war Sara klar. Aber Rebecca war nicht hier. Ihre kleine Schwester war krank, Sara war allein. Aber wenn es möglich war, Rebecca gesund zu machen, dann musste Sara doch etwas unternehmen, sie war schließlich ihre Schwester. Also sagte sie schließlich: „Ja, ich bin bereit.“ Aber besonders mutig klang sie dabei nicht.

„Sehr gut“, war Idas Antwort, „dann zieh dir ein Paar dicke Socken und Schuhe an, Herzchen, du wirst sie brauchen. Ich werde dir solange erklären, wohin unsere Reise geht und was dort zu tun ist.“ Sara schlüpfte aus ihrem Bett, kramte ein Paar dicke Wollsocken aus ihrem Kleiderschrank und zog sie an. Darüber zog sie ihre Gummistiefel, die in einer Ecke ihres Zimmers gestanden hatten, und über ihren Schlafanzug zog sie noch eine Strickjacke. Währenddessen erklärte Ida das Folgende: „Deine Schwester hat Fieber, weil ein Teil ihrer Traumwelt krank ist. Denn tief in den Träumen deiner Schwester liegt ein See und in der Mitte dieses Sees liegt eine Insel und diese Insel ist krank. Denn dort wächst seit kurzem ein böser Baum, der alle Lebenskraft aus der Insel saugt. Zum Glück ist es noch ein sehr junger Baum, darum können wir noch etwas gegen ihn unternehmen. Du und ich, wir werden darum in die Träume deiner Schwester reisen und die Insel im See suchen. Wenn wir dort sind, musst du den bösen Baum mitsamt seinen Wurzeln ausreißen, damit er keine Lebenskraft mehr absaugen kann, dann wird auch das Fieber deiner kleinen Schwester vorbei sein. Und nun komm“, schloss Ida ihre Erklärung, „wir müssen in das Zimmer deiner Schwester.“ Leise schlichen Sara und die Katze zur Tür des Zimmers und ebenso leise öffnete das Mädchen die Tür. Etwas seltsam kamen Sara die Ausführungen der Weihnachtskatze schon vor. Wie sollte es möglich sein, in die Träume ihrer kleinen Schwester Rebecca zu gelangen. Andererseits, hatte Frau Fiedelbumm nicht gesagt, dass Weihnachtskatzen in der Adventszeit ein kleines bisschen zaubern könnten? Sara war gespannt, wie es nun weiter ging. Im Lichtschein der Nachttischlampe sah Sara auf der anderen Seite des Flurs die Tür zu Rebeccas Zimmer. Ebenso leise wie zuvor schlichen das Mädchen und die Katze über den Flur zu der Tür. Dann öffnete Sara vorsichtig die Tür einen Spalt, und sie und Ida glitten in das Zimmer.

Rebeccas Zimmer war natürlich dunkel, aber wie Sara nun zu ihrer Überraschung sah, ging von der Wand neben Rebeccas Bett ein mattes, weißes Glühen aus. Dort war plötzlich eine Tür, die vorher nicht dort gewesen war, und das Glühen kam von dieser Tür. In diesem Zwielicht konnte Sara nur undeutlich Rebeccas Bett und darin die Gestalt ihrer schlafenden Schwester erkennen. „Wir müssen da durch“, drängte Ida leise und Sara sah, wie die Katze mit ihrer Pfote an der matt glühenden Tür kratzte. Das Mädchen spürte erneut Unsicherheit in sich aufkommen. Sollte sie wirklich durch diese Tür gehen? Aber dann dachte sie an ihre kranke Schwester und legte die Hand auf die weiß glühende Türklinke. Völlig geräuschlos schwang die Tür auf, dahinter war es dunkel. „Komm“, sagte die Weihnachtskatze und sprang durch die Tür hinein in die Dunkelheit. Sara atmete noch einmal tief durch – und folgte ihr...

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