Sonntag, 2. August 2020

Komm, lass uns morden!

Zum ersten Gedicht ist ein Hinweis notwendig: Wer schreibt, schießt nicht. Ich bin ein friedfertiger Mensch, aber manchmal müssen Gefühle halt irgendwie aus mir heraus.

Die beiden Gedichte in diesem Eintrag entstanden an ein und demselben Tag im Juni nacheinander – so unterschiedlich können Stimmungen sein. (Das Foto zum zweiten Gedicht entstand im Chinesischen Garten im Bethmannpark in Frankfurt, wo auch der Text gedichtet wurde.)


Komm, lass uns morden!


Blutgedanken,
stummer Schrei!
Rieselt dein Tag
durch ein Stundenglas?
Arbeit frisst Leben,
frisst Seelen,
frisst dich.

Komm, lass uns morden!
Lass uns tanzen
und Feuer legen.


Der Abend bringt Frieden


Plätschernder Wasserfall, 
tanzende Mücken
und Moos auf dem Stein.
Der Abend bringt Frieden;
mein Name vergeht.
Da ist kein Beginn,
kein Ende in Sicht,
wir gleiten
und fließen
dahin.

Der Abend bringt Frieden. © Pirandîl
Der Abend bringt Frieden. © Pirandîl

Freitag, 3. Juli 2020

Zerschlagt das Glas

Der "Omniturm" in Frankfurt.
© Pirandîl
Kathedralen des Mammons,
Spiegel einer herzlosen Zeit.
Zerschlagt das Glas,
die Götter stürzt,
nur wer verzweifelt 
ist verloren.

Das Foto zeigt das Hochhaus "Omniturm" in Frankfurt am Main. Das Gedicht entstand spontan zu dem Bild.